Ein Video zur Einstimmung:

Song from "Canterlot Royal Wedding - Part 1"
http://www.mediafire.com/?1lq3li3k8ljpbfr


 

My little Pony -

Einmal weiblich und zurück

 

My little Pony und die Rollenbilder unserer Gesellschaft: Wie eine Fernsehserie für kleine Mädchen alles anders zu machen versucht

Eine Abhandlung von Tobias Othmar Hermann - für Prof. Dr. Marc Ries der Hochschule für Gestaltung - Offenbach am Main

 

Mitte der 80er Jahre bringt der US-amerikanische Spielzeughersteller HASBRO unter dem Namen MY LITTLE PONY Spielzeugfiguren auf den Markt und veröffentlicht 1986 jene Zeichentrick-Serie, die sich zur Absatzsteigerung an Mädchen im Vorschulalter richtet.

2010 folgt eine überarbeitete Neuauflage der Serie unter dem Namen MY LITTLE PONY - FRIENDSHIP IS MAGIC.

Kurze Zeit später bildet sich eine unerwartete Fan-Bewegung abseits der ursprünglichen Zielgruppe der fünf bis acht-jährigen Mädchen. Diese Fans sind überwiegend erwachsene Männer, die 2012 laut HASBRO 40 Prozent des Umsatzes der Marke generieren.

Sucht man im Jahr 2009 - 24 Jahre nach Start der frühen Staffeln der Serie im Internet nach dem Begriff "MY LITTLE PONY", stößt man auf circa 6.000 Treffer. Nur vier Jahre später - kurz nach dem Neustart der Serie - im Jahr 2013, liegt die Trefferzahl bei mehr als 62 Millionen. Was hat sich in der Zwischenzeit ereignet?

 

VERMUTUNG

Im Folgenden möchte ich einen Überblick über diese Serie und ihre Besonderheiten geben, um meiner Vermutung nachzugehen:

“MY LITTLE PONY - FRIENDSHIP IS MAGIC will unsere Gesellschaft stärker beeinflussen als es je eine Fernsehserie vermochte.”

Ich werde auf die therapeutische Wirkung der Serie eingehen und zeigen, wie MY LITTLE PONY - FRIENDSHIP IS MAGIC neue Sehgewohnheiten etabliert, um die Rezeption weiblicher Geschlechterrollen in massentauglichen Kulturgütern zu revolutionieren.

Der Titel der Serie MY LITTLE PONY - FRIENDSHIP IS MAGIC wird im Folgenden abgekürzt MLP:FiM genannt werden.

 

FERNSEHSERIEN

Vier Männer in Zwangsgemeinschaft helfen in Bedrängnis geratenen Menschen, während sie von der Militärpolizei gejagt werden. Schusswaffen-gebrauch aus Schnellfeuergewehren und Sprengstoffeinsatz sind probates Mittel der Problemlösung. Fahrzeuge der Gegner explodieren in hohem Bogen. Trotzdem wird wie durch ein Wunder niemand verletzt. Am Ende der Folge lässt sich die Tochter des Geretteten mit dem Anzug tragenden Finanzgenie der Gruppe ein.

Die hier karikierte TV-Serie DAS A-TEAM steht exemplarisch für die legendären Fernsehserien der 1980er Jahre, mit denen die jetzt 30/40-jährigen aufwachsen.

Emotionale Herausforderungen lösen die Mitglieder des A-TEAM im Fall der Flugangst ihres Freundes B. A. BARACKUS, indem sie ihn rücklings mittels Betäubungsspritze außer Gefecht setzen, sollte er sich weigern in ein Flugzeug zu steigen.

Anfangs steht dem A-TEAM als weibliches Mitglied die Journalistin AMY ALLEN - gespielt von MELINDA CULEA zur Seite. Sie stellt Recherchen an und arbeitet der Männer-Gruppe aus dem Hintergrund zu. Als MELINDA CULEA bei den Machern der Serie in Ungnade fällt, wird sie durch Schauspielerin MARLA HEASLEY ersetzt, die nun die Rolle der Journalistin übernimmt. Die Figur TAWNIA BAKER ist eine sanftere und verführerischere Rolle. Als die Produzenten zu der Meinung gelangen, dass sie keine weiblichen Charaktere in der Stammbesetzung brauchen, wird auch diese Figur aus der Serie gestrichen.

MARLA HEASLEY sagt später, sie habe die Ablehnung der weiblichen Rollen am Set stets zu spüren bekommen. So habe Hauptdarsteller GEORGE PEPPARD sie mehrfach zur Seite genommen, um ihr unter vier Augen zu sagen, dass niemand sie am Set haben wolle.

Die Serie KNIGHT RIDER ist eine ebenfalls erfolgreiche Fernsehserie der 80er Jahre. In KNIGHT RIDER bekämpft der Vietnam-Veteran MICHAEL KNIGHT, mit Hilfe eines hochtechnisierten Autos das Verbrechen “besser als die Polizei”. Der Vorspann der Serie sagt: "Er kommt - Knight Rider - Ein Auto - Ein Computer - Ein Mann."

Zu Beginn der Serie steht dem Helden MICHAEL KNIGHT die weibliche Figur der Chef-Mechanikerin DR. BONNIE BARSTOW - gespielt von PATRICIA McPHERSON - als romantisches Gegenstück zur Seite. Wie in der Serie DAS A-TEAM, wird auch hier die weibliche Figur zum Ende der ersten Staffel gestrichen und durch eine ähnliche weibliche Rolle, die Figur der Chef- Mechanikerin APRIL CURTIS - gespielt von REBECCA HOLDEN - ersetzt. Eine Staffel später wird die weibliche Rolle - auf Wunsch des Hauptdarstellers - wiederum zurück getauscht, sodass PATRICIA McPHERSON als DR. BONNIE BARSTOW zurückkehrt.

Gemeinsamkeiten dieser hier exemplarisch genannten Serien sind: Probleme werden mittels Technologie und/oder Gewalt gelöst. Diplomatie - Kommunikation - Reflexion treten bei Problemlösungen in den Hintergrund. Sollten weibliche Figuren maßgeblich an der Lösung eines Problems beteiligt sein, werden die Entscheidungen letztendlich trotzdem von Männern getroffen werden.

Wichtige weibliche Figuren sind die Ausnahme oder spielen die Rolle von Zuarbeiterinnen oder Liebschaften männlicher Figuren. Die weiblichen Rollen ähneln sich vor allem in Einem: In ihrer Austauschbarkeit.

In der Serie DIE SCHLÜMPFE begegnen uns scheinbar unzählige SCHLUMPF-Figuren. Die Namen der SCHLÜMPFE stehen für ihre jeweiligen Charakterzüge. Sie heißen beispielsweise: FAULI-SCHLUMPF - denn er ist faul, SCHLAUBI-SCHLUMPF - denn er ist schlau, CLUMSY-SCHLUMPF - denn er ist schusselig, MUFFI-SCHLUMPF - denn er ist grummelig, HANDY-SCHLUMPF - denn er kann gut Handwerken. Auch unter den SCHLÜMPFEN findet sich nur eine einzige weibliche Figur: Sie heißt “SCHLUMPFINE”.

Das Alleinstellungsmerkmal dieser weiblichen Rolle ist auch hier ihre besondere Fähigkeit: “Sie ist Mädchen”.

In “SCHLUMPFINE - die Naschkatze” bewirkt sie beinahe die Auslöschung des ganzen Dorfes, weil sie ("da sie ein Mädchen ist") Süßigkeiten nicht widerstehen kann. Doch “zum Glück” kann das von der Figur des PAPA-SCHLUMPF noch rechtzeitig verhindert werden.

Die Besetzung klassischer Fernsehserien besteht zumeist aus mehreren Männern und einer einzigen Frau. Die männliche Figur wird so zum Normalfall, die weibliche Figur zur Sonderrolle. Während die männlichen Figuren Alleinstellungsmerkmale vorzuweisen haben, besteht die Besonderheit der weiblichen Rolle in erster Linie darin “eine Frau” zu sein.

Die klassische Serien-Besetzung: Der Anführer - der Sportler - der Experte - der Trottel - der Spaßvogel - das Mädchen.

 

MÄDCHENKRAM

Für ein überwiegend männliches Publikum produzierte Serien verkaufen sich besser, als speziell für Mädchen produzierte Serien. So fließen Produktionsmittel vorwiegend in Projekte, die sich an ein männliches Publikum wenden. Serien die sich ausschließlich an Mädchen richten, sind preiswerter produziert und können in Qualität und Anspruch nicht mithalten.

So drängt sich uns allmählich ein Gedanke auf: “Mädchen-Serien sind deshalb langweilig, weil es Serien für Mädchen sind und Mädchen sind nun einmal weniger kritisch und einfacher zufrieden zu stellen als Jungs.”

So entsteht der Eindruck, dass alles was für Mädchen gemacht ist eben deshalb langweilig ist, weil Mädchen das eben so mögen. So kommt es unweigerlich dazu, dass nicht zuletzt die Jungen denken müssen:

“Mädchen können wir sowieso nicht verstehen. Mädchen sind halt so. Wir Jungs schauen keine Mädchenserien, weil Mädchenkram doof ist.”

So konsumieren sowohl Jungen als auch Mädchen die explizit für Jungen produzierten Serien. So wiederum kommt es dazu, dass sich Mädchen-Serien weiterhin schlechter verkaufen werden, als die Serien für Jungen.

Die vorwiegend männlichen Entscheidungsträger investieren am ehesten in Serien die Umsatz generieren. Demzufolge gibt es weniger Produktionen die vorwiegend für Mädchen gemacht sind - qualitativ hochwertige Mädchenserien bleiben weiterhin die Ausnahme und die Geschichte beginnt von vorne.

Hieraus ergeben sich sowohl persönliche, als auch gesamt-gesellschaftliche Auswirkungen.

 

VORBILD

Rezipierte Charaktere und Welten sind alltägliches Thema und Vorbild der Mädchen und Jungen. Sie tauschen sich über Figuren aus und verbringen eine gewisse Zeit des Tages mit dem Nachspielen/Nacherleben dieser Welten.

Hat nicht jedes Kind eine Lieblingsfigur? Hat nicht jedes Kind eine Figur, dessen Rolle es besonders gerne spielt?

Was setzen die konsumierten Kulturgüter bei uns im Kindesalter? Wie denken wir uns unsere Rolle in der Gesellschaft?

Identifiziere ich mich als Mädchen mit den, Frauen überlegenen Männerfiguren? Zweifele ich als Mädchen später an meiner Zufriedenheit über das eigene weibliche Geschlecht? Identifiziere ich mich als Mädchen mit den blassen - austauschbaren - weiblichen Figuren?

Identifiziere ich mich als Junge mit den übermächtigen männlichen Figuren? Muss ich als Junge die Mädchen als gesellschaftliches Beiwerk betrachten? Bin ich als Junge später aufgeschmissen, wenn die mir vermittelten Problemlösungen im wirklichen Leben nicht weiter helfen?

Sind die Jungen von damals nun erwachsene Männer die ihre, ihnen versprochene Allmacht nie erlangten, sodass wir uns hilflos von den ehemaligen Nebencharakteren unsere Socken zusammenlegen lassen müssen?

Sind die Mädchen von damals nun erwachsene Frauen, die Hosenanzüge mit Krawatte tragen, um sich nicht austauschbar fühlen zu müssen? Entwickelten wir als ehemalige Mädchen ein Helfersyndrom, weil wir lernten, dass wir unseren vermeintlichen Hauptdarstellern zuzuarbeiten haben?

 

LAUREN FAUST

Zum Neustart der Serie MLP:FiM wird die Zeichnerin - Drehbuchautorin - Synchronsprecherin - Regisseurin - Charakterdesignerin LAUREN FAUST beauftragt, Animations-Stil, Handlungsstrang und Pony-Charaktere neu zu erarbeiten.

LAUREN FAUST ist bekannt durch ihr Mitwirken an Projekten wie POWERPUFF GIRLS und FOSTER’S HOME FOR IMAGINARY FRIENDS und gilt als Pionierin in der Darstellung weiblicher Charaktere in Animationsserien. Sie entwickelt SUPER BEST FRIENDS FOREVER, eine Reihe animierter Kurzfilme über weibliche Superhelden und entwickelt als ein Langzeit-Projekt MILKY WAY AND THE GALAXY GIRLS, eine Website für junge Mädchen.

LAUREN FAUST interpretiert die Welt von MY LITTLE PONY auf ihre Weise, was dazu führt, dass sich ihr Entwurf stark von der ursprünglichen, nun "Classic" genannten Serie unterscheidet.

Nach eigenen Angaben spielt LAUREN FAUST als Kind mit den frühen Pony- Figuren und überträgt für MLP:FiM die damals gedachten Eigenschaften der Ponys auf die von ihr nun neu entwickelten Figuren.

So kombiniert sie den Charakter ihrer Lieblings-Spielfigur FIREFLY mit den damals von ihr, für diese Figur erdachten Charaktereigenschaften und gestaltet hierdurch die Figur des Pegasus-Pony RAINBOW DASH als eine Art "self insert" - indem sie sozusagen ihre eigene Person in die Serie einbringt.

Ziel der Neuauflage ist es laut HASBRO, die Serie die sich zuvor ausschließlich an kleine Mädchen richtet durch kulturelle Querverweise, humoristische Anspielungen und Slapstick-Einlagen auch für die Elterngeneration interessant zu machen.

 

HANDLUNG

Zentrales Element der Serie ist die Charakter-Entwicklung des introvertierten Pony TWILIGHT SPARKLE, das von seiner Lehrerin Prinzessin CELESTIA nach PONYVILLE geschickt wird, um Bekanntschaft mit anderen Ponys machen zu können und etwas über Freundschaft zu lernen.

Ihre Erkenntnisse über Freundschaft wird sie fortan regelmäßig ihrer Lehrerin berichten. So schreibt sie am Ende jeder Geschichte einen Brief, in dem sie das Gelernte zusammenfasst.

In PONYVILLE angekommen, begegnet sie jenen fünf Pony-Figuren mit denen sie in den folgenden 65 Episoden viele Abenteuer erlebt.

 

HELLO EVERYPONY

Die Gruppe der Hauptcharaktere repräsentiert die verschiedensten Charakter- Eigenschaften. Übertragen auf die Altersstufen unserer Menschenwelt sind die Pony-Figuren als Anfang-Zwanzigjährige einzuordnen.

aufbrausend - zynisch - verängstigt - liebevoll - nachsichtig - wütend - redselig - schweigsam - draufgängerisch - größenwahnsinnig - manisch - pedantisch - sanft - mutig - ängstlich - verschwenderisch - sparsam - extrovertiert - introvertiert

Treffen wir als Kinder der 1980er Jahre erstmals auf die Figuren der Serie, meinen wir zunächst unter den Hauptfiguren sowohl männliche als auch weibliche Ponys zu erkennen.

Das schüchterne Pony FLUTTERSHY liebt es, seine Haustiere zu umsorgen - das glamouröse Pony RARITY entwirft und näht Kleider. Beide begegnen uns als eher weibliche Figuren. Das Pony RAINBOW DASH will das schnellste und coolste Pony sein - das Pony APPLEJACK arbeitet auf einer Farm und ist stolz darauf, das stärkste Pony zu sein. Diese begegnen uns als eher männliche Figuren.

Der offensichtlichste Hinweis auf das jeweilige Geschlecht einer Figur gibt uns erst die Anrede der Figuren untereinander. “APPLEJACK - sie ist das stärkste Pony.” So kann es eine Weile dauern bis wir bemerken:

Die Hauptfiguren in MLP:FiM sind allesamt weibliche Ponys.

 

REFLEXION

So zeigt die Serie Charaktere die mit den Mädchen-Rollen der klassischen Animations-Serien nichts mehr zu tun haben. Durch die gleichmäßig auf die weiblichen Hauptfiguren verteilten Eigenschaften, schüchtern/schwach bis selbstherrlich/stark, begegnen wir den teilweise geschlechts-uneindeutigen Figuren unvoreingenommen und können das jeweilige Geschlecht der Ponys beim ersten Zusammentreffen außer Acht lassen.

Durch die Abwesenheit menschlicher Figuren können wir sowohl als Frauen, als auch als Männer den Pony-Charakteren begegnen, ohne dass diese bei uns sogleich geschlechtliche Bezüge wecken, die uns in unserer Wahl, mit welchen Figuren wir uns identifizieren wollen, beeinflussen könnten.

Nicht das Geschlecht der Ponys, sondern ihre jeweiligen Eigenschaften und Wünsche stehen hier im Vordergrund.

Die Geschichten von MLP:FiM haben stets eine belehrende Absicht und schließen mit einer Moral, die sich mit Freundschaft beschäftigt. Die einzelnen Folgen sind mit der Länge von rund 21 Minuten recht kurz. Was die Charaktere während einer Folge lernen, schreiben sie als Brief an Prinzessin CELESTIA. Es kommen keine Menschen vor - die Bevölkerung der Welt besteht aus sprechenden Ponys, magischen Einhorn-Ponys, fliegenden Pegasus-Ponys, weiteren Tierarten, Drachen, Geisterwesen und Figuren die aus Körperteilen von bis zu 14 Tierarten zusammengesetzt sind. Somit erfüllt die Serie laut Definition die Aspekte einer Fabel.

Die Form der Fabel, die Abwesenheit menschlicher Figuren, bietet uns Zuschauern die Möglichkeit, uns fernab unserer Alltagswelt mit eigenen sozialen Kompetenzen und etwaigen Unzulänglichkeiten im sozialen Miteinander auseinander setzen zu können. Die Tugenden der Ponys sind:

Hingabe - Dankbarkeit - Staunen - Vergebung - Vertrauen - Aufrichtigkeit

So stehen die Pony Charaktere für jene Tugenden, die der italienische Mediziner und Psychologe GIUSEPPE GALLI als soziale Tugenden im zwischenmenschlichen Beziehungsfeld charakterisiert.

 

HILFE

Das manisch-überdrehte Pony PINKY PIE schreit es in einer Schlüssel-Szene der Serie frei heraus. "Es ist wahr! Ich habe in der Tat ein Problem!" Diese Einsicht ereilt sie, als PINKY PIE einen Zeitungsartikel über sich selbst zu lesen bekommt. Die Überschrift des Artikels lautet: "Party-Tier außer Kontrolle".

Die Aussage des Ponys - "Ich habe ein Problem" - bringt die Zielsetzung der Serie auf den Punkt. So könnte der Untertitel der Serie auch folgendermaßen lauten:

"Wir wissen, dass wir Probleme haben. Wir wollen lernen, uns mit diesen auseinanderzusetzen! "

Verglichen mit traditionellen Serien, ist hinsichtlich transportierter Botschaften bei MLP:FiM kaum ersichtlich, dass es sich hier um eine vormals für Kinder produzierte Fernsehserie handelt. 

So zielt die Serie nicht in erster Linie darauf ab, Kinder dazu zu bringen, Gemüse zu essen oder sich die Zähne zu putzen. MLP:FiM vermittelt uns ferner jene soziale Kompetenzen, die uns ein konfliktfähiges gesellschaftliches Miteinander erst ermöglichen.

MLP:FiM handelt von Herausforderungen im gesellschaftlichen Miteinander und thematisiert psychische Störungen wie Depressionen, Zwangsstörungen, irrationale Angstzustände und gibt Anleitungen zur Bewältigung unseres Alltags.

So können wir TWILIGHT SPARKLE bei der Anwendung einer Entspannungsübung beobachten. Diese Übung lernt sie von einer Freundin und greift später auf diese Entspannungstechnik zurück. Ihre Übung erinnert an die sogenannte “progressive Muskelentspannung” nach EDMUND JACOBSON. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch “willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung erreicht werden soll”.

 

ZWANG

APPLEJACK leidet darunter, nicht loslassen zu können. Sie hat ein übersteigertes Pflichtbewusstsein und verleugnet krankmachende Verhaltensmuster.

APPLEJACK hat so sehr Angst zu versagen, dass sie sich auch dann nicht helfen lassen will, als sich ihr Bruder bei der Apfel-Ernte auf der Farm der Familie verletzt. Sie versucht die Arbeit ihres Bruders zusätzlich zu erledigen und lehnt jede Hilfe ihrer Freundinnen ab, obwohl sie selbst anderen jederzeit bereitwillig hilft. So überarbeitet sie sich - leidet demzufolge an Schlaflosigkeit und bricht letztendlich unter dieser Last zusammen.

So lehrt uns die Serie, dass es Herausforderungen gibt, die von uns alleine nicht bewerkstelligt werden können. Versuche nicht alles allein zu schaffen und nimm dir angebotene Hilfe anderer an!

Freunde werden sich geehrt fühlen dir helfen zu können und werden dich nicht als minderwertig betrachten.

Auch TWILIGHT SPARKLE leidet an einem Kontrollzwang, der sie meinen lässt, ihr Leben bis ins kleinste Detail im Voraus planen zu müssen.

TWILIGHT SPARKLE hat Angst davor, an sie gestellte Erwartungen nicht erfüllen zu können. Mitten in der Nacht gerät sie in Panik, als sie merkt, dass sie in ihrem Terminplan keine Zeit freigehalten hat, um einen weiteren Terminplan für den nächsten Monat zu erstellen.

Als TWILIGHT SPARKLE bemerkt, dass sie ihrer Lehrerin keine neuen Erkenntnisse über Freundschaft zu berichten weiß, verfällt sie so sehr in Panik, dass sie beschließt ihre Magie einzusetzen, um eigenhändig ein Freundschaftsproblem herauf zu beschwören. So wird sie letztlich selbst zum Freundschaftsproblem und bringt in der nun für sie ausweglos scheinenden Situation andere mit ihrem Handeln in Schwierigkeiten.

PINKY PIE will zwanghaft von allen Ponys gemocht werden. Sie muss mit allen Ponys befreundet sein. Ihr Zwang besteht darin, jederzeit andere unterhalten zu müssen und veranstaltet deshalb Partys am laufenden Band. Sie will Dinge stets gemeinsam mit anderen erleben und erträgt es nicht, sich alleine zu fühlen.

Als sich PINKY PIE von den Ponys abgelehnt fühlt - weil diese sich ohne sie treffen, ist sie so sehr verstört, dass sie eine Party mit imaginären Freunden feiert und mit den anderen Ponys nichts mehr zu tun haben will. Nur durch körperliche Einwirkung von außen, kann die nun depressiv wirkende PINKY PIE von den Ponys an jenen Ort gebracht werden, an dem die anderen ohne ihr Wissen für PINKY PIE selbst eine Überraschungs- Party organisieren, worin der Grund des geheimen Treffens bestand - PINKY PIE war so sehr mit der Planung einer Party für ihre Freundinnen beschäftigt, dass sie sogar ihren eigenen Geburtstag vergessen hatte.

Sogar in einer bedrohlichen Situation, in der PINKY PIE so sehr in Panik gerät, dass sie schreiend und ziellos durch die Gegend rennt, lädt sie andere Ponys dazu ein, mit ihr zusammen panisch-schreiend und ziellos durch die Gegend zu rennen - als ob sie andere Ponys an ihrer Panik teilhaben lassen wollte.

 

ANGST

Da die Ponys noch nie ein Zebra gesehen haben, fürchten sie sich vor der Fremdartigkeit des Zebras ZECORA. Die Ponys erliegen Fehlschlüssen, sodass sie ZECORAs Verhalten als bösartig und hinterhältig interpretieren. Obwohl das Zebra von Anfang an versucht, die Ponys vor dieser Verblendung zu bewahren, bemerken diese ihren Fehler erst, als sie bereits im Begriff sind, dem Zebra Schaden zuzufügen.

Die Serie warnt vor Fehlschlüssen, die durch Vorurteile und/oder Hören- Sagen entstehen.

In der Gruppe bestärken wir uns gegenseitig in unseren Meinungen, sodass es zu Fehlschlüssen kommen kann. In einer Gruppe fällt es uns schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren, um Fakten objektiv zu bewerten.

Das Jung-Pony SCOOTERLOOP gibt auf einem Nacht-Spaziergang vor, besonders furchtlos zu sein und verleugnet ihre Ängste. Daraufhin wird sie durch Alpträume an den Rand des Wahnsinns getrieben. Als sie sich mit ihrer eigentlichen Furcht - nicht geliebt zu werden - den anderen Ponys anvertraut, verliert sie ihre Angstzustände.

Der Stier IRON WHILL möchte brutal und unbezwingbar wirken, entpuppt sich jedoch bei genauerem Hinsehen, als eher netter und unsicherer Charakter, der lieber Einkaufen gehen würde, als sich mit den Pony-Damen anzulegen.

TWILIGHT SPARKLE erhält Hinweise, dass sich bis zur folgenden Woche “etwas” ändert und vermutet sogleich eine Katastrophe. Obwohl sich letztendlich nichts Schlimmes ereignen wird, bringt sie ihre Sorge um den Verstand. Indem sie versucht, das Unvermeidliche nicht geschehen zu lassen, tritt letztlich das Unvermeidliche erst ein.

Zukunftsängste helfen uns nicht weiter. Wir alle verzetteln uns in Fristen und Zeitplänen. Dabei entgehen uns jedoch genau diese Dinge, die gerade jetzt für uns wichtig sind.

Als die Ponys den dunklen Wald EVERFREE FOREST durchwandern, werden sie von Baum-Monstern umzingelt die nach den Ponys zu greifen scheinen. Daraufhin singt PINKY PIE das Lied "Lach über die Geister" und lacht die Monster aus - woraufhin diese verschwinden. Sie erklärt, dass immer wenn man Angst hat, das Lied alle Monster verschwinden lässt. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass die Ponys sich diese Monster-Bäume nur einredeten, jedoch wirkt diese Gefahr den Ponys real - bis sie sich von ihrer Angst lösen können.

Das bedrohlich Wirkende muss nicht unbedingt Grund zur Beängstigung sein. Die Serie lehrt uns den Umgang mit irrationalen Ängsten. So lernen wir dass nicht alles was uns gefährlich, bedrohlich oder gar böse erscheint, eine wirkliche Bedrohung für uns darstellt und lehrt uns den Umgang mit diesen Angstzuständen.

Erst dann, wenn wir uns mit unseren tatsächlichen Sorgen auseinandersetzen, können wir unsere irrationale Ängste überwinden.

 

BRONIES

Die erwachsenen Fans von MLP:FiM bezeichnen sich selber als “BRONIES”. Das Wort BRONY ist hierbei eine Wortschöpfung aus den Worten "Brother" und "Pony".

Die Fans der Serie bezeichnen sich hiermit gewissermaßen als "Pony- Kumpel".

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Werbespot "MLP Equestria Girls" zur Serie, in dem das Pony PINKIE PIE über die männlichen Ponys singt und diese als BRONIES bezeichnet. Hierbei ist es bedeutend, dass PINKY PIE meint, ein spezielles Wort für männliche Ponys finden zu müssen. Die für sie wichtigen Ponys sind weibliche Ponys, so gibt sie den männlichen Ponys als Abgrenzung zum weiblichen Normalfall, die Bezeichnung “BRONY”.

Als Psychologe DR. PATRICK EDWARDS bemerkt, dass sein 16-jähriger Sohn Pony-Bilder zeichnet, ergreift er nach anfänglicher Verwirrung die Initiative und erarbeitet gemeinsam mit Psychologin MARSHA REDDEN eine wissenschaftliche Studie zum BRONY-Phänomen.

EDWARDS sagt: "Wenn der Fernseh-Moderator STEPHEN COLBERT in seiner Show “seine BRONIES” grüßt und FOX-NEWS über eine BRONY-Convention berichtet, ist das Phänomen zu groß als dass man es ignorieren könnte. Wann ist man schon in der Lage ein Fan-Phänomen in seiner Entstehung von Beginn an zu beobachten?"

Die Wissenschaftler nennen das Projekt BRONY STUDY RESEARCH PROJEKT30 und führen 2012 die weltweit erste wissenschaftliche Befragung zu MLP:FiM durch, an der 24.000 Personen teilnehmen. Der ersten Erhebung zufolge sind BRONIES:

Zwischen 14 und 57 Jahre alt Durchschnittsalter 21 Jahre 86% Männer
62% Hochschulabschluss 84% heterosexuell 1.7% homosexuell

2011, ein Jahr nach dem Erscheinen der Serie schätzen "Spielzeug-Experten" die Größe der BRONY-Community weltweit auf circa 45.000 Personen. Laut HASBRO sind die erzielten Umsätze aus der Vermarktung von MLP:FiM in 2012 zu 40 Prozent auf die BRONY-Community zurückzuführen.

BRONIES tauschen sich mit anderen BRONIES über die ihnen wichtig erscheinenden Themen aus. Sie wissen sich in einer weltweiten Community ähnlich denkender Erwachsener.

Zu den Aktivitäten der Bronies zählen weltweite Community-Treffen. Allein in den USA finden 2012 42 verschiedene BRONY-Conventions statt, wobei die in Baltimore stattfindende BroNYCon die größte ihrer Art darstellt. An der BroNYCon im Juni 2012 nehmen 4.000 Personen teil.

BRONIES organisieren sich im Internet und diskutieren Themen bezüglich MLP:FiM auf zahlreichen Plattformen. Auf FACEBOOK.COM geben rund 380.000 Nutzer die Fan-Seite der Serie als Favorit an. Auf der Diskussions- Plattform PONYCHAN.NET sind seit 2011 rund 38 Millionen Beiträge entstanden. Die Fan-Seite EQUESTRIA DAILY, auf der man alles Neue zur Serie lesen kann, zählt täglich 175.000 Zugriffe. Allein beim deutschsprachigen Internet-Forum BRONIES.DE sind circa 6.000 Benutzer registriert.

Als erster im deutschsprachigen Raum eingetragene Verein zu MLP:FiM, gründet sich 2012 der BRONIES eV. Stuttgart.

Der Verein sagt über sich: “Wir sind jugendliche und erwachsene Fans der TV- Serie MLP:FiM. Hierbei geht es uns nicht nur um den Spaß an der Serie selbst, den bunten Figuren und fröhlichen Geschichten, sondern auch darum, in der Community mit Freunden und Gleichgesinnten einfach eine schöne Zeit zu verbringen. Uns zeichnet dabei insbesondere aus, dass wir versuchen die Freundlichkeit und Anständigkeit die uns die Serie lehrt, auch ins wirkliche Leben zu übertragen.”

So sehen BRONIES in MLP:FiM viel mehr als eine unterhaltsame Fernsehserie. Sie bemerken einen positiven Einfluss auf ihr Leben und sehen in der Serie einen kommunikativen Anknüpfungspunkt.

So schafft es die Serie im Februar 2011 in die Politik. Als Teil der Geschäftsordnung der Berliner Piraten-Fraktion ist es den Abgeordneten seitdem möglich, einen Antrag auf “PONYTIME” zu stellen. Wird ein solcher Antrag angenommen, schauen sich die Abgeordneten zur Beruhigung erhitzter Gemüter gemeinsam eine Folge der Serie an.

In der ZDF Talk-Show LANZ begründet dies der Abgeordnete Stefan Urbach folgendermaßen: "Am Ende jeder Folge merken die Ponys, dass sie Probleme nur lösen können wenn sie zusammenarbeiten. Da können sich die Piraten hin und wieder eine Scheibe von abschneiden."

Im Forum ASK THE PONIES sagt es ein Benutzer folgendermaßen: “Ich empfinde das BRONY-Sein vor allem als eine Art Philosophie. Nicht jeder der sich als BRONY bezeichnet, erachtet die Serie als philosophisch. Für mich allerdings spielt die Serie eine sehr wichtige Rolle in meinem Alltagsleben. Ich denke, dass unser Leben lebenswerter wird wenn wir freundlich und aufgeschlossen sind.”

MIKE FAHEY, Autor der Computerspiele-Website KOTAKU schreibt:

“Die Serie ermöglicht Freundschaften zwischen Menschen, die sich sonst im Internet gegenseitig beleidigt hätten.”

 

SKANDAL UM BRONIES

Im PONYTIME PODCAST bringt es eine Moderatorin auf den Punkt. Sinngemäß sagt sie: “Es ist besonders wichtig, dass Mädchen ebenso starke Rollenbilder vorfinden wie sie die Jungs haben. Auch in den 80er und 90er Jahren sieht man viele gut gemachte Cartoons. Allerdings gibt es wenige die gleichfalls gut gemacht und feminin sind. Ich hatte den Wunsch danach. Ich hatte genau dieses Problem als ich Kind war. Ich habe mir immer gewünscht starke weibliche Figuren zu haben aber diese nicht bekommen. Irgendwann habe ich als Kind angefangen alles Weibliche zu hassen, weil ich dachte: ‘Das ist ja alles dumm was feminin ist.’ Inhaltsarm und bewusst simpel gehalten war das was ich sah. Nach dem Motto: ‘Mädchen wollen es eben simpel’ bin ich so in die selbe Falle gegangen, in die der Chauvinist geht: Feminine Sachen sind billiger und schlechter und dümmer als das, was das Männliche hergibt.”

So ist es wünschenswert, dass sich unsere Gesellschaft in eine Richtung bewegt, in der das "Weibliche" nicht mehr mit dem "Unterlegenen" - "Billigen" - "Langweiligen" in Verbindung gebracht werden kann.

Die BRONIES schätzen die Serie wegen ihrer herausragenden Geschichten, wegen des genialen Charakter-Design, wegen der geschickt platzierten kulturellen Anspielungen und nicht zuletzt deshalb, da die Serie ihnen als Männer ermöglicht, sich mit der eigenen weiblichen Seite auseinander setzen zu können.

So besuchen 4.000 - vorwiegend männliche - BRONIES in Pony-Shirts und Pony-Kostümen gekleidet die BroNYCon, um ihrem Idol LAUREN FAUST ihre Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.

Ist dieser Zuspruch jedoch wirklich das, was sich LAUREN FAUST für die Serie erhoffte?

LAUREN FAUST hatte die Gelegenheit, der Welt zu zeigen, wie eine gut gemachte Mädchenserie auszusehen hat, die auch die Jungen neugierig darauf machen kann, womit sich die Mädchen beschäftigen. Ihr erklärtes Ziel war es, die Mädchen-Serien aus der Ecke klassischer Mädchen-Serien zu holen, um die Bezeichnung "mädchenhaft" auf eine neue Ebene zu heben.

LAUREN FAUST entwarf eine Serie, die den kleinen Mädchen individuelle Vorbild-Figuren an die Hand gibt, um sich an den selbstbewussten, selbstverständlich weiblichen Charakteren orientieren zu können, um mental gesund aufzuwachsen.

Warum jedoch scheinen die BRONIES die Serie nicht dafür zu lieben, dass sie die bislang beste Mädchenserie sein könnte?

Ein Moderator des PONYTIME PODCAST gibt einen Hinweis in dieser Richtung. Er sagt: "Kleiner Männer-Tip: Hol dir eine Taschentuch Box und einen Riesenbecher Eis, und dann das volle Hollywood-Klischee: Weinend auf dem Bett sitzen."

Warum eigentlich bedarf es eines solchen “Männer-Tip”? Ob das nun ironisch gemeint ist oder nicht: Warum definieren die Männer “das Weinen” als männlich, bevor sie zugeben zu weinen? Warum können die Männer nicht “weiblich” weinen?

Immer wieder ist zu hören: Die Serie sei gar keine "Mädchenserie". Es sei "männlich" die Serie zu mögen. LAUREN FAUST selbst merkt mehrfach an, von BRONIES Dinge zu hören wie:

"Nur die männlichsten Männer können die Serie anschauen. Nur Schwuchteln fürchten ihre weibliche Seite."

So scheint es, als meinten die Männer sich Ausreden einfallen lassen zu müssen, bevor sie eine Serie für Mädchen lieben können. Warum betiteln wir als Männer die Serie so gern als “nicht unbedingt für Mädchen”? Warum scheint es so, als fürchteten die Männer sich davor weibliche Dinge zu mögen?

Fürchten sich Männer davor, in eine “weibliche Rolle” zu geraten, indem sie sich zu weiblichen Dingen bekennen? Fürchten sich die Männer davor, nun jene Gewalt - jene Angst zu spüren zu bekommen mithilfe derer die Männer seit Jahrhunderten Frauen und Mädchen unterdrücken?

Gibt es das Verlangen bezüglich der Stärkung weiblicher Rollenbilder tatsächlich auch seitens der Männer?

Warum sind homosexuelle Männer mit 1.7% bei den BRONIES so sehr in der Unterzahl? Warum interessieren sich gerade heterosexuelle Männer mit gehobenem Bildungsweg für die Serie? Warum interessiert sich somit in erster Linie die wirtschaftliche Elite für diese Ponys? Warum interessieren sich gerade jene Personen, die ein Interesse an der Aufrechterhaltung des Status quo haben müssten, für die neuen weiblichen Rollenbilder?

Ist dieses BRONY Phänomen nicht in einem solchen Maß außergewöhnlich, dass man misstrauisch werden muss: Meinen diese Männer die Serie aus einem ganz anderen Grund zu lieben?

Beobachten diese Männer die Serie vielleicht aus einem ganz anderen Grund?

Den Männern kann es nicht entgangen sein, dass den heranwachsenden Frauen mit MLP:FiM ein überragendes Regelwerk zur Erlangung einer starken Frauenrolle in die Hand gegeben ist.

So könnte man auch denken: Als die Serie MLP:FiM ausgestrahlt wird, bemerken die Männer, dass ihre Vormachtstellung in Bedrängnis gerät. Sie müssen feststellen, dass diese Serie den Mädchen Rollenbilder geben wird, die den Rollen der Männer in nichts nachstehen.

So betrachtet wird die BRONY-Bewegung zu einer beängstigenden, unbarmherzigen Intrige.

Um ihre männliche Dominanz über Frauen und Mädchen weiterhin aufrecht zu erhalten, verhindern die Männer durch Aneignung der Serie die Verbreitung der drohenden, neuen starken exklusiv-weiblichen Rollen-Bilder:

Bevor die Serie zu den Mädchen durchdringt, noch bevor die Mädchen die neuen weiblichen Rollenbilder verinnerlichen können, verwenden Zehntausende erwachsene Männer zeitgleich und weltweit organisiert ihre überlegenen Kommunikationsmittel um gegen das ihnen drohende, neue Frauenbild vorzugehen.

Werden zukünftig die kleinen Mädchen MLP:FiM zum ersten Mal anschauen dürfen, begegnet ihnen eine gut gemachte Animationsserie mit ausgezeichneten Charakteren und exzellentem Story-writing. Vielleicht wird die Serie einen positiven Einfluss auf ihre Entwicklung haben können. Jedoch wird ihnen dann die Serie von ihren Vätern empfohlen worden sein, damit sie sehen können, womit sich die Männer schon damals beschäftigten.

Dank der BRONIES werden die Mädchen eine ganz bestimmte Fernsehserie jedoch nie zu sehen bekommen:

“Die Serie MY LITTLE PONY - FRIENDSHIP IS MAGIC von LAUREN FAUST, eine Animationsserie für kleine Mädchen.”

Respekt liebe BRONIES, das ist wirklich geschickt! Sogar ihr selbst habt geglaubt, dass es euch um Freundschaft geht..